Geschichte Online-Text 1: Adolf Kieperts Bedeutung für Marienfelde und darüber hinaus - Teil 9:  Der Erbe und letzte Patron
Text: Hans-Werner Fabarius, 2010 - aufbereitet von gtp, 2014

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Der Erbe und letzte Patron



Der 1904 nachfolgende Patron, Enkel Alfred Kiepert, war der Landwirtschaft
nicht zugetan.

Er hatte als Rittmeister der preußischen Armee andere Interessen.

1929 kam das verschuldete „Rittergut", mit Ausnahme bereits verkaufter
Ländereien, grundbuchmäßig in den Besitz der Stadt Berlin und wurde
ein „Stadtgut".

Alfred Kiepert verließ Marienfelde, das inzwischen in Groß-Berlin
eingemeindet war. Die Kirchengemeinde sicherte ihm zu: „Das
Begräbnis für sich und seine Familie in der Kirche bzw. auf
bevorzugtem Platze an der Kirche ist ihm gewährt, obwohl der
Kirchhof als solcher seit 1889 für Begräbnisse geschlossen ist."

Davon wurde auch Gebrauch gemacht: 1934 Hedwig Kiepert,
die Witwe des bereits 1889 im Alter von 39 Jahren verstorbenen
Sohns Otto; 1952 Alfred Kiepert, der letzte Gutsbesitzer;
1955 Alfreds Bruder Rudolf Kiepert (beide still!).

Über Alfred Kiepert ist bekannt, dass er dann in der Prignitz Fretzdorf,
Rossow und Herzsprung erwarb. (1945 enteignet)

Er verstarb 1942 in Zürich (Schweiz).

Seine Gebeine wurden 1952, d. h. nach dem Zweiten Weltkrieg, auf die
Marienfelder Familiengrabstätte umgebettet.

Auf dem schlichten Grabmal dieses Mannes sind auch die Lebensdaten
seines ältesten Sohnes angegeben:
„Hans-Hellmuth Kiepert 13.2.1913 -+ 20.4.1945 als Soldat".

Der Todestag war Hitlers Geburtstag und kurz vor dem Eindringen
der Roten Armee in Berlin.

Der Todesort ist nicht bekannt, wohl aber, dass er von einem
Unteroffizier erschossen wurde, weil er Zweifel am „Endsieg" äußerte.


Zusammenfassung



Rittmeister
Rittmeister ist eine historische Dienstgradbezeichnung für Offiziere der Kavallerie (Soldaten auf Pferden) in Deutschland. Der Dienstgrad entsprach dem des Hauptmanns.
preußische Armee

Die Königlich Preußische Armee (preußische Armee) war die Armee des Königreichs Preußen von 1701 bis 1919.

Stadtgut

Wegen der starken Zunahme der Einwohnerzahl Berlins im 19. Jahrhundert kaufte die Stadt Berlin landwirtschaftliche Güter in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts an. So konnten die Einwohner besser durch landwirtschaftliche Produkte versorgt werden.

Groß-Berlin
Groß-Berlin ist eine Bezeichnung für die durch Eingemeindungen entstandene Stadt Berlin im Jahre 1920, so wie sie bis heute mit nur wenigen Änderungen besteht.
stilles Begräbnis
Bestattung auf dem Friedhof, jedoch ohne jegliche Feierlichkeiten
Prignitz
Die Prignitz ist eine historische Landschaft im Nordwesten des Landes Brandenburg.
Rossow, Herzsprung
Ortschaften in Mecklenburg-Vorpommerns, bzw. Brandenburg

Der Erbe und letzte Patron

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